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	Kommentare zu: Setzen die Netzaktivisten die richtigen Prioritäten?	</title>
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	<description>Umbrüche &#38; Entwicklungen</description>
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		<title>
		Von: Hannes Naumann		</title>
		<link>https://www.wolfgangmichal.de/2017/07/03/setzen-die-netzaktivisten-die-richtigen-prioritaeten/#comment-1237</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hannes Naumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Nov 2017 13:49:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[I)
Ob Facebook nun ein gewinnorientierter Konzern oder eine gemeinnützige Stiftung ist, ändert nichts daran, dass man bisher dort fast alles posten konnte, was man wollte.
Ich betrachte soziale Medien eher als ein Novum, welches nicht mit klassischen Medien zu vergleichen ist:
i) Aufgrund der hohen Anzahl der &quot;Kleinsender&quot;.
ii) Aufgrund der geringen Schöpfungshöhe der durchschnittlichen Beiträge.
iii) Aufgrund der Herkunft vieler Beiträge aus verschiedensten, ganz anderen gesellschaftlichen Gruppen als in den klassischen Medien
iv) Weiterhin https://de.wikipedia.org/wiki/Social_Media#Social_Media_vs._klassische_Massenmedien

Aus diesen Gründen konstituiert sich für mich aus der schieren Quantität eine neue Qualität, eine fünfte Säule der Demokratie, die das unverändert vorhandenen Meinungsbild der Bevölkerung bisher unmanipuliert sichtbar machte, und damit eine klarere Erkenntnis über die Meinung des Volkes für jedermann ermöglichte.
Das NetzDG will diesen Fortschritt nun töten.

II)
Hate Speech aus dem Volk halte ich für ein Symptom verfehlter Politik und damit nicht für eine verwerfliche Handlung, sondern für ein demokratisches Alarmsignal, auf dessen Inhalt zu hören eine wichtige Aufgabe der Politik ist (wäre!). Der beste Weg, Hate Speech abzuschaffen, ist nämlich eine Politik für das Volk und nicht für Eliten zu machen.
Das NetzDG ist für mich also auch in diesem Spiegel falsch, weil es das Symptom statt der Ursache bekämpft.

III)
Rauhe Sprache ist meines Erachtens für einen Teil des Volkes normal, d.h. Umgangsform. Ein Gesetz, welches über die bisherige Rechtsdurchsetzung der Strafbarkeit von richterlich festgestellten Tatbeständen wie Beleidigung, übler Nachrede, Volksverhetzung etc. durch den Justizvollzug hinausgeht, verletzt meines Erachtens den Gleichbehandlungsgrundsatz, da das NetzDG keine richterliche Feststellung erfordert, sondern geradezu Willkür in dieser neuen Medienqualität, dieser fünften Säule der Demokratie, fördert und damit die Teilhabe eines erheblichen Teils der Gesellschaft an der Bildung der öffentlichen Meinung zugunsten eines anderen Teils einschränkt.

Das ist vielleicht etwas schwer zu verstehen, aber genau wie alle anderen Eigenschaften von Menschen unterliegt eben auch die Art zu denken und zu sprechen einer statistischen Verteilung, die, wenn dies in Zukunft einmal respektiert werden würde, meines Erachtens dazu führen würde, dass sich die große Masse der Menschen akzeptiert und verstanden fühlt, und sie aus dieser Grundhaltung heraus wesentlich weniger Aggressionen hegen würde.
Die leistungsorientierte Bildsungssegregation in unserem Schulsystem, sowie die Durchdringung der klassischen Medien mit Leuten aus der erfolgreichen Bildungsschicht (meist politisch monokulturell), trägt meiner Meinung nach auch stark dazu bei, dass ein Sprach- und Verhaltensstil allgemein als normal und selbstverständlich vorausgesetzt wird, der bei Betrachtung der Gesamtbevölkerung nur in einem Teil tatsächlich vorhanden ist. Da aber die erfolgreiche Bildungsschicht eine (gewachsene) Hegemonie in den klassischen Medien besitzt, ist es folglich dort Konsens, dass der Sprach- und Verhaltensstil der &#039;Unterschicht&#039; - da z.B. als Hass missverstanden - diffamiert wird, und diese subjektive Darstellung wiederum hauptsächlich in der &#039;Unterschicht&#039; tatsächlich als Diffamierung benannt wird, was als selbsterfüllende Prophezeihung die Meinung der Hegemonen bestätigt.
Auch aus dieser Sicht ist das NetzDG für mich falsch, da es hauptsächlich nützlich für den Erhalt der bestehenden Meinungshegemonie ist, indem es schlicht andere Diskussionskulturen unterdrückt.

IV)
Zusammenfassung:

Das NetzDG
- ist rückschrittlich in Bezug auf die Meinungsteilhabe
- bekämpft das Symptom statt der Ursache
- schützt nur die bestehende Meinungshegemonie und fördert Ungleichheit

Daraus folgt für mich, dass diese Krücke schnellstens weg muss.
Und Herr Maas ebenfalls.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>I)<br />
Ob Facebook nun ein gewinnorientierter Konzern oder eine gemeinnützige Stiftung ist, ändert nichts daran, dass man bisher dort fast alles posten konnte, was man wollte.<br />
Ich betrachte soziale Medien eher als ein Novum, welches nicht mit klassischen Medien zu vergleichen ist:<br />
i) Aufgrund der hohen Anzahl der &#8222;Kleinsender&#8220;.<br />
ii) Aufgrund der geringen Schöpfungshöhe der durchschnittlichen Beiträge.<br />
iii) Aufgrund der Herkunft vieler Beiträge aus verschiedensten, ganz anderen gesellschaftlichen Gruppen als in den klassischen Medien<br />
iv) Weiterhin <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Social_Media#Social_Media_vs._klassische_Massenmedien" rel="nofollow ugc">https://de.wikipedia.org/wiki/Social_Media#Social_Media_vs._klassische_Massenmedien</a></p>
<p>Aus diesen Gründen konstituiert sich für mich aus der schieren Quantität eine neue Qualität, eine fünfte Säule der Demokratie, die das unverändert vorhandenen Meinungsbild der Bevölkerung bisher unmanipuliert sichtbar machte, und damit eine klarere Erkenntnis über die Meinung des Volkes für jedermann ermöglichte.<br />
Das NetzDG will diesen Fortschritt nun töten.</p>
<p>II)<br />
Hate Speech aus dem Volk halte ich für ein Symptom verfehlter Politik und damit nicht für eine verwerfliche Handlung, sondern für ein demokratisches Alarmsignal, auf dessen Inhalt zu hören eine wichtige Aufgabe der Politik ist (wäre!). Der beste Weg, Hate Speech abzuschaffen, ist nämlich eine Politik für das Volk und nicht für Eliten zu machen.<br />
Das NetzDG ist für mich also auch in diesem Spiegel falsch, weil es das Symptom statt der Ursache bekämpft.</p>
<p>III)<br />
Rauhe Sprache ist meines Erachtens für einen Teil des Volkes normal, d.h. Umgangsform. Ein Gesetz, welches über die bisherige Rechtsdurchsetzung der Strafbarkeit von richterlich festgestellten Tatbeständen wie Beleidigung, übler Nachrede, Volksverhetzung etc. durch den Justizvollzug hinausgeht, verletzt meines Erachtens den Gleichbehandlungsgrundsatz, da das NetzDG keine richterliche Feststellung erfordert, sondern geradezu Willkür in dieser neuen Medienqualität, dieser fünften Säule der Demokratie, fördert und damit die Teilhabe eines erheblichen Teils der Gesellschaft an der Bildung der öffentlichen Meinung zugunsten eines anderen Teils einschränkt.</p>
<p>Das ist vielleicht etwas schwer zu verstehen, aber genau wie alle anderen Eigenschaften von Menschen unterliegt eben auch die Art zu denken und zu sprechen einer statistischen Verteilung, die, wenn dies in Zukunft einmal respektiert werden würde, meines Erachtens dazu führen würde, dass sich die große Masse der Menschen akzeptiert und verstanden fühlt, und sie aus dieser Grundhaltung heraus wesentlich weniger Aggressionen hegen würde.<br />
Die leistungsorientierte Bildsungssegregation in unserem Schulsystem, sowie die Durchdringung der klassischen Medien mit Leuten aus der erfolgreichen Bildungsschicht (meist politisch monokulturell), trägt meiner Meinung nach auch stark dazu bei, dass ein Sprach- und Verhaltensstil allgemein als normal und selbstverständlich vorausgesetzt wird, der bei Betrachtung der Gesamtbevölkerung nur in einem Teil tatsächlich vorhanden ist. Da aber die erfolgreiche Bildungsschicht eine (gewachsene) Hegemonie in den klassischen Medien besitzt, ist es folglich dort Konsens, dass der Sprach- und Verhaltensstil der &#8218;Unterschicht&#8216; &#8211; da z.B. als Hass missverstanden &#8211; diffamiert wird, und diese subjektive Darstellung wiederum hauptsächlich in der &#8218;Unterschicht&#8216; tatsächlich als Diffamierung benannt wird, was als selbsterfüllende Prophezeihung die Meinung der Hegemonen bestätigt.<br />
Auch aus dieser Sicht ist das NetzDG für mich falsch, da es hauptsächlich nützlich für den Erhalt der bestehenden Meinungshegemonie ist, indem es schlicht andere Diskussionskulturen unterdrückt.</p>
<p>IV)<br />
Zusammenfassung:</p>
<p>Das NetzDG<br />
&#8211; ist rückschrittlich in Bezug auf die Meinungsteilhabe<br />
&#8211; bekämpft das Symptom statt der Ursache<br />
&#8211; schützt nur die bestehende Meinungshegemonie und fördert Ungleichheit</p>
<p>Daraus folgt für mich, dass diese Krücke schnellstens weg muss.<br />
Und Herr Maas ebenfalls.</p>
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		<title>
		Von: Gunnar Sohn		</title>
		<link>https://www.wolfgangmichal.de/2017/07/03/setzen-die-netzaktivisten-die-richtigen-prioritaeten/#comment-1235</link>

		<dc:creator><![CDATA[Gunnar Sohn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Jul 2017 06:14:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Man hätte sich ja auch konkret für Plattformneutralität aussprechen und entsprechende Konzepte entwickeln können. Denn FB und Co. sind eher Enabler für Kommunikation.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man hätte sich ja auch konkret für Plattformneutralität aussprechen und entsprechende Konzepte entwickeln können. Denn FB und Co. sind eher Enabler für Kommunikation.</p>
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